Syphilis

Syphilis

Die Syphilis wird auch als Lues bezeichnet und wird durch Bakterien verursacht. Dank der Entdeckung des Penicillins konnte man die Syphilis heilen. In weiterer Folge waren die Syphilis-Erkrankungen stark rückläufig. Seit Beginn des neuen Jahrtausends steigt die Zahl der Syphilis-Fälle in Westeuropa wieder deutlich an.

Mögliche Anzeichen & Folgen:


Die Syphilis verläuft in mehreren Stadien. Zwischen diesen Stadien verläuft die Syphilis symptomlos.

Stadium 1 (Primärstadium):
2-5 Wochen nach Ansteckung entsteht der Primäraffekt: Ein Knoten oder schmerzloses Geschwür an Penis, Vulva, After oder im Mund/Rachen. Dieses Knötchen, das sich auch zu einem münzgroßen Geschwür mit hartem Rand ausweiten kann, bleibt häufig unbemerkt. Der Primäraffekt heilt nach ca. 1-6 Wochen von selbst ab, was aber keine Heilung bedeutet.

ACHTUNG: Dieses Geschwür/Knötchen ist sehr ansteckend!

Stadium 2 (Sekundärstadium):
Das zweite Stadium tritt nach einer symptomfreien Zeit von ca. 2 Monaten auf. In dieser Phase breiten sich die Bakterien im ganzen Körper aus.
Typische Symptome können Fieber, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen sein.
Besonders charakteristisch für diese Phase ist ein juckender und nicht nässender Hautausschlag. Auch können nässende warzenförmige Hautveränderungen oder starke Beläge auf der Zunge und in der Mundhöhle auftreten.

ACHTUNG: Diese Hautveränderungen sind ebenfalls hochinfektiös!

Lues Latens (Übergangsphase):
Danach erfolgt der Übergang in eine mehrjährige Latenzphase ohne Symptome. In dieser Phase ist eine bestehende Erkrankung nur über einen Bluttest nachweisbar.

Stadium 3 (Tertiärstadium):
Bei 1/3 aller Personen, bei denen die Syphilis nicht behandelt wird oder ausheilt, geht die Erkrankung in ein drittes Stadium über.
Dann können innere Organe, das zentrale Nervensystem, die Blutgefäße oder das Herz-Kreislaufsystem befallen werden. Typisch sind am Körper auftretende gummiartige und verhärtete Knoten. Auch kann es bei einem Teil der Betroffenen zu einer sogenannten Neurolues kommen, die zu Desorientiertheit, Verwirrtheit und Persönlichkeitsveränderungen bis hin zum Tod führen kann.

Übertragung & Schutz:

Die Syphilis wird meistens durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Allerdings reicht schon der enge, direkte Hautkontakt mit nässenden Haut- oder Schleimhautveränderungen für eine Ansteckung aus. Eine Übertragung durch infektiöses Blut ist ebenfalls möglich.
Syphilis ist also auch durch Oralverkehr, oral-anale Kontakte, durch Fingerspiele, durch Petting und Küssen übertragbar.

Das Risiko einer Ansteckung kann man durch Verwendung von Kondomen und das Vermeiden von Kontakten mit Hautveränderungen senken.

Diagnose & Behandlung:

Ca. 3-6 Wochen nach einer Ansteckung sind Antikörper im Blut nachweisbar.

In den ersten beiden Stadien werden Penicillin oder andere Antibiotika verabreicht.
Auch in den späteren Stadien kann die Syphilis geheilt werden, doch dauert die Behandlung länger und bereits vorhandene Organschäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Sonstige Hinweise & Tipps:

  • Information, Untersuchung und Mitbehandlung des/r Partners/in
  • bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichten
  • eine Infektion mit einer Syhilis erhöht das Risiko, sich mit HIV zu infizieren um ein Vielfaches
  • da die Infektionen auch ohne Anzeichen verlaufen können und stark zugenommen haben, ist ein regelmäßiger Syphilis-Test empfehlenswert