Gonorrhoe

Gonorrhoe

Die Gonorrhoe wird auch als Tripper bezeichnet. Sie ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Übertragung:

Gonorrhoe wird durch bestimmte Bakterien, sogenannte Gonokokken, verursacht. Zu einer Übertragung kann es durch direkten Kontakt mit infektiöser Schleimhaut (Scheide, Harnröhre, After, Mund/Rachen) oder Körperflüssigkeit (Urin, Ejakulat, Scheidenflüssigkeit) kommen – also beim ungeschützten Oral-, Anal- oder Vaginalverkehr. Allerdings besteht auch durch gegenseitiges Masturbieren, durch Fingerspiele oder gemeinsame Verwendung von Sexspielzeugen ein Ansteckungsrisiko.

 

Mögliche Anzeichen:

Die Gonorrhoe verläuft bei ca. 10 % der Männer und 50-80 % der Frauen symptomlos.

2-5 Tage nach einer Ansteckung führt die Besiedelung der Schleimhäute durch die Gonokokken zu einer Entzündung mit Jucken, Brennen und Bildung von Eiter.
Charakteristisch ist der eitrige Ausfluss aus Scheide oder Harnröhre.

bei Frauen:

  • eitriger Ausfluss aus der Scheide (grünlich bis gelblich und mitunter übel riechend)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • manchmal Schmierblutungen

bei Männern:

  • beim Befall der männlichen Harnröhre zunächst milchig-trüber, in weiterer Folge cremig-gelblicher Ausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • gerötete Harnröhrenöffnung
  • dumpfer Schmerz im Bereich der Blase und des Damms
  • nach Abklingen der akuten Symptome bleibt bei chronischem Verlauf ein morgendlicher Ausfluss in Form eines Tröpfchens zurück, der sog. „Bonjour-Tropfen“

Rachentripper:  Kann sich nach Oralverkehr durch unspezifische Symptome im Hals- und Rachenbereich, z.B. durch Halsschmerzen oder unangenehmen Geschmack im Mund äußert. Tripper im Rachen verläuft jedoch zu 90% symptomlos.

Analtripper: Bei einer Infektion des Enddarms können Jucken und Brennen auftreten; auch schleimig-eitrige Beimengungen im Stuhl oder Schmerzen beim Analverkehr sind möglich. Tripper im Enddarm verläuft jedoch zu 90% symptomlos.

 

Mögliche Folgen:

Ein Tripper kann von alleine ausheilen, aber auch chronisch werden.

bei Frauen:

  • Verklebungen der Eileiter
  • Unfruchtbarkeit

bei Männern:

  • Entzündungen von Prostata und Nebenhoden
  • Verklebungen der Samenleiter
  • Unfruchtbarkeit
  • „Bonjour-Tropfen“

Selten sind auch die Augen durch Verschleppung der Infektion betroffen. Dies äußert sich durch Rötungen der Bindehaut und geschwollene Augenlider.

 

Diagnose & Behandlung:

Die Diagnose erfolgt einen Abstrich in Mund, Scheide und After als auch durch Nachweis im Urin erfolgen. Die Gonorrhoe ist mit Antibiotika heilbar.

 

HIV und Gonorrhoe:

Das Risiko einer Weitergabe von HIV ist infolge der Entzündung erhöht.
HIV-Negative haben bei vorhandener Gonorrhoe ein erhöhtes Risiko, sich mit HIV anzustecken,
– weil die Schleimhaut durch die Entzündung für HIV durchlässiger ist und
– weil vermehrt Immunzellen in die Entzündungsbereiche wandern.

 

Schutz:

  • Kondome verringern das Ansteckungsrisiko erheblich. Kontakt mit auffälligem Ausfluss vermeiden.
  • Neuansteckungen sind jederzeit möglich, da eine Infektion keine Immunität hinterlässt.
  • Mitbehandlung des/r Partner*in vermeiden eine Neuinfektion (Ping-Pong-Effekt).
  • Bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichten, damit die Infektion nicht weitergegeben werden kann.