#checkit: life- & sexstyle
„checkit: life- & sexstyle“ ist die Fortsetzung der Kampagne „#checkit-Kennst du deinen HIV-Status?“. Die neue Kampagne ist eine Kooperation von HOSI Linz und Aidshilfe Oberösterreich und will queere Männer über sexuelle & mentale Gesundheitsthemen informieren.
Den Beginn der Kampagne macht das Themengebiet
Körperbilder & Körpernormen.
Dazu fand am 28. Juni 2024 der Infoabend Sexy ohne Sixpack – Körperideale in queeren Communities statt.
Romeo Bissuti vom Wiener Männergesundheitszentrum MEN gab Inputs zum Thema und im Anschluss diskutierten die Drag Queen Candy Licious sowie Johannes Lutz über ihren Umgang mit Körperbildern und -normen.
Die Veranstaltung wurde von DORF-TV aufgezeichnet und kann unter folgendem Link nachgeschaut werden: https://www.dorftv.at/video/44738
Markus Radakovits, Mister Fetish 2024, sowie Candy Licious, Dragartist
und Sexualpädagog*in, geben in den beiden folgenden Videoshorts ein
Statement zum Umgang mit ihrem Körperbild und dazu, was sie an
Männern attraktiv finden:
Bewegung & Ernährung
Ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung erhöhen körperliches, mentales und sexuelles Wohlbefinden und beugen sexuellen Störungen vor.
Zu diesem Thema findet der Workshop „Bewegungstipps für besseren Sex“ mit dem Physio- & Sexualtherapeuten und Sexualpädagogen Christian Pankotai statt.
Anlässlich des Welt-Aids-Tages geht am Samstag, 29.11., von 19.30 bis 20.30 Uhr der Kabarettabend „G’sundheit aus der Voglperspektive“ in der Queer Bar forty nine über die Bühne. Der Kabarettist Ingo Vogl widmet sich mit einem oder zwei Augenzwinkern und dennoch einer g’sunden Portion Wahrheit ebenso den Themen „Bewegung & Ernährung“.
Psychische Gesundheit
Dieser Themenschwerpunkt beschäftigt sich mit psychischer/mentaler Gesundheit bei queeren Männern.
Denn bei queeren Männern treten im Vergleich zu cis-heterosexuellen Männern häufiger psychische Störungen und Erkrankungen auf. Dies unterstreicht eine Vielzahl von Studien.
So gab im österreichischen LGBTIQ+-Gesundheitsbericht 2022 etwa jede zweite Person an innerhalb der letzten 12 Monate an einer Depression gelitten zu haben. Jede dritte Person führte an von einer Angststörung betroffen zu sein.
Die Ergebnisse der 2025 durchgeführten Bestandsaufnahme zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Alter zeigen, dass ältere LGBTIQ+-Personen überdurchschnittlich häufig von chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen, Einsamkeit und sozialer Isolation betroffen sind. (Pfabigan, Johanna; Gaiswinkler, Sylvia: Bestandsaufnahme zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Alter. Ergebnisbericht. Gesundheit Österreich, 2025, unveröffentlicht).
Start dieses thematischen Schwerpunkts bildete der Infoabend „Männlich. Queer. Immer stark? Ein Abend über psychische Gesundheit.“
Am Freitag, 18. September, kamen knapp 40 Personen zu diesem Gesprächsabend über psychische Gesundheit in die Queer Bar forty nine.
DORF-TV hat einen kleinen Beitrag mit Interviews zur Veranstaltung gestaltet. Hier geht’s zum TV-Beitrag: https://dorftv.at/video/49068



Gerhard Labacher informierte über die vier psychologischen Grundbedürfnisse, die auf der Konsistenztheorie von Klaus Grawe basieren:
1. Orientierung und Kontrolle: Das Bedürfnis zu verstehen, was passiert, und das eigene Leben oder die Umwelt steuern zu können.
2. Lustgewinn und Unlustvermeidung: Das Streben nach angenehmen Erfahrungen und dem Vermeiden von Schmerz oder Leid.
3. Bindung: Das Bedürfnis nach sicheren, engen sozialen Beziehungen zu anderen Menschen.
4. Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz: Das Bedürfnis, sich selbst als wertvoll, kompetent und anerkannt zu erleben.
Wird nun eines dieser vier Grundbedürfnisse dauerhaft oder massiv verletzt, kann dies zu Stress oder zu psychischen Störungen, wie Hilflosigkeit, Ohnmachtsgefühle und tiefe Ängste.
(https://www.klaus-grawe-institut.ch)
Minderheitenstress kann ebenso zu einer Verschlechterung der physischen und psychischen Gesundheit führen.
Das Minderheitenstressmodell (Minority Stress Model) nach Ilan H. Meyer erklärt, warum Angehörige stigmatisierter Gruppen, wie LGBTIQA*-Personen, häufiger als die Mehrheitsbevölkerung unter psychischen Problemen wie Angst oder Depressionen leiden.
Das Modell unterscheidet zwischen allgemeinen Lebensstressoren und spezifischem Minderheitenstress.
Zunächst einmal können LGBTIQA*-Personen und andere Minderheitengruppen, genau wie der Rest der Bevölkerung, von allgemeinen Stressfaktoren, wie bspw. Stress am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft oder in der Familie, betroffen sein.
Neben diesen allgemeinen Faktoren sind LGBTIQA*-Personen wie auch andere Minderheiten zusätzlich dem sogenannten Minderheitenstress ausgesetzt. Dabei unterscheidet man zwischen
- distalen (externen) Stressfaktoren: Objektive, von außen kommende Ereignisse wie Diskriminierung, Beleidigungen, körperliche Gewalt oder der Ausschluss aus sozialen Gruppen, und
- proximalen (internen) Stressfaktoren: Subjektive, innerliche Prozesse, die aus der Angst vor oder der Erfahrung mit Stigmatisierung entstehen. Dazu gehören die Erwartung von Diskriminierung (Vorsicht im Alltag), das Verstecken der eigenen Identität und das internalisierte Stigma (Selbstabwertung aufgrund gesellschaftlicher Vorurteile).
Die Wirkung dieser Prozesse auf die Gesundheit kann durch weitere Faktoren verstärkt oder abgeschwächt werden. Dazu gehören etwa die Unterstützung im sozialen Umfeld (z.B. Community-Support) oder auch die Selbstakzeptanz als Stressbewältigungsstrategien.
Kontakt

Mag. Erik Pfefferkorn
Tel.: 0732-2170-25
E-Mail: erik.pfefferkorn@aidshilfe-ooe.at
Romeo: Aidshilfe-OOE-Erik