Bei der sogenannten Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) nehmen HIV-negative Menschen vor einem Risiko HIV-Medikamente ein, um sich so vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus zu schützen.

Wann ist das sinnvoll? 

  • Wenn Sie ungeschützten Sex mit wechselnden Personen haben, deren HIV-Status nicht bekannt ist.
  • Wenn Sie ungeschützten Sex mit HIV-positiven Personen haben, die keine HIV-Therapie einnehmen.
  • Wenn Sie öfters eine Geschlechtskrankheit hatten (Tripper, Syphilis, Chlamydien,…).
  • Wenn Sie Sex öfters/oft Sex ohne Kondom haben.
  • Wenn die Kondomverwendung nicht leicht möglich ist (z.B. (Sex-)Partys, Alkohol, Drogen, Chemsex).
  • Wenn Sie schon öfters eine PEP genommen haben.
  • Wenn Sie Drogenbesteck mit anderen teilen.

Voraussetzungen zur Einnahme einer PrEP sind ein negativer HIV- und Hepatitis B-Test sowie ein Nierenfunktionstest.
In weiterer Folge sollen alle 3 Monate Tests auf HIV, Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, Hepatitis B & Hepatitis C sowie regelmäßig Nierenfunktionskontrollen erfolgen.

Bei der täglichen PrEP wird eine Tablette täglich eingenommen. Ab dem zweiten Tag schützt die PrEP beim ungeschützten Analverkehr vor einer HIV-Infektion. Bei Frauen schützt die PrEP ab dem siebten Tag nach Beginn der täglichen Einnahme.

Bei der PrEP bei Bedarf (PrEP on demand) nimmt man 2-24 Stunden vor dem Sex 2 Tabletten ein und dann im Abstand von 24 Stunden von der Ersteinnahme eine weitere Tablette. Wichtig ist, dass nach dem letzten Sex noch 2 Tabletten im Abstand von 24 Stunden eingenommen werden. Diese anlassbezogene PrEP ist nur dann sinnvoll, wenn man selten ungeschützten Sex hat und wenn man weiß, wann man Sex haben wird. Achtung: Diese Variante funktioniert nur bei Männern bzw. Menschen mit Penis, weil sich in der Penisschleimhaut bzw. in der Darmschleimhaut das Medikament rascher als in der Vaginalschleimhaut anreichert.

Leitlinie PrEP aidsgesellschaft.at

Mehrere Studien (IPERGAY, iPrEx) belegen, dass die PrEP wirkt und vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützt. Auch treten bei Einnahme der PrEP nur selten Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Magenprobleme oder schwerwiegendere Nebenwirkungen, die Nieren und Knochen betreffen können, auf.
Da die PrEP nur vor einer HIV-Infektion schützt, ist es wichtig, regelmäßig Tests auf die bereits angeführten STIs (sexually transmitted infections) zu machen.
Tests auf HIV, Syphilis, Hepatitis B&C sowie Chlamydien und Tripper können in der AIDSHILFE OBERÖSTERREICH anonym gemacht werden.

WIE UND WO ERHALTE ICH DIE PrEP in OBERÖSTERREICH?

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WO ERHALTE ICH DIE PrEP in Österreich?

Spezialisierte HIV-Ärzt*innen in Österreich finden Sie hier: www.hivprep.at

Downloads der PrEP-Folder in Deutsch und Englisch