Safer Sex

Safer Sex heißt, dass Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit oder Blut nicht auf Schleimhäute oder verletzte Haut (offenen Wunden) der/des Partnerin/s gelangen.

Safer Sex Praktiken

  • Steicheln, Küssen, Schmusen, Massage, Petting (sofern kein Sperma auf die Scheide der Partnerin gelangt)
  • Richtige Anwendung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr (Vaginal-, Analverkehr): insbesondere beim Analverkehr “extra starke” Kondome mit wasserlöslichem Gleitgel (zB Eros) verwenden!
  • beim Oralverkehr (“Blasen”): kein Sperma in den Mund aufnehmen oder Kondome verwenden (zB “extra dünne” )
  • kein Menstruationsblut in den Mund aufnehmen oder schlucken (keinen ungeschützten Oralverkehr während der Periode der Frau – Dental Dams/Lecktücher verwenden!)
  • bei gemeinsamer Verwendung von Sex Toys (Dildos, Vibratoren, …) Kondome verwenden
  • S/M (Sado/Maso) Gegenstände, an denen Blut klebt, desinfizieren (mit Wasser u. Seife gründlich reinigen u. danach 15 Minuten in 70 %igem Alkohol (zB Eau de Toilette) eintauchen

Coitus Interruptus (Penis kurz vor dem Samenerguss herausziehen) bietet keinen Schutz vor einer HIV-Infektion!

Kondome

  • Beim Kauf auf Qualitätskondome mit Prüfsiegel (CE-Zeichen), auf Haltbarkeitsdatum sowie auf unbeschädigte Verpackung achten. Kondome, die sich hart oder brüchig anfühlen, nicht verwenden! Bei Analverkehr extra-starke Kondome mit wasserlöslichem Gleitgel verwenden!
  • Scherzkondome bieten keinen Schutz vor HIV oder ungewollter Schwangerschaft
  • Kondome am besten kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahren – Temperaturschwankungen und Hitze (in keinem Fall Kondome direkter Sonneneinstrahlung aussetzen) können Kondome spröde und durchlässig machen.
  • Tipp: Kondome (am besten mehrere) immer griffbereit in Jacke oder Tragetasche bei sich führen – Kondome in Hosentaschen oder Geldtaschen (keine geeignete Lagerung aufgrund der Hitzeeinwirkung u. Reibung) regelmäßig (nach 1-2 Wochen) durch neue Kondome ersetzen!
  • niemals zwei Kondome verwenden, da dadurch die Gefahr erhöht wird, dass Kondome reißen.

Gebrauchsanweisung

  • Beim Öffnen (am besten seitlich, am Rand, falls keine Kerbe oder Perforation vorhanden ist) der Packung darauf achten, dass keine Beschädigung am Kondom durch Fingernägel oder spitze Gegenstände (Schmuck, Piercings) entsteht – nicht mit Scheren oder Zähnen öffnen!
  • Das Kondom erst überziehen, wenn der Penis steif ist.
  • Das Kondom bereits vor dem ersten Eindringen über den steifen Penis überziehen (Lusttropfen, Präejakulat).
  • Abrollrichtung beachten – Wurde das Kondom einmal falsch rum aufgesetzt unbedingt ein neues Kondom verwenden, da es bereits mit Sperma in Berührung gekommen sein kann.
  • Aus der Spitze (Reservoir für das Sperma) des Kondoms mit zwei Fingern die Luft herausdrücken (sollte das Kondom kein Reservoir haben, ebenfalls 1-2 cm Platz durch Zusammendrücken schaffen!), um genügend Platz für das Sperma zu schaffen => damit wird verhindert, dass sich ein Luftpolster bildet und das Kondom platzt (häufiger Anwendungsfehler!).
  • Das Kondom gleichmäßig bis zum Ende über den ganzen steifen Penis abrollen.
  • Nach dem Samenerguss Penis und Kondom zusammen herausziehen und Kondom am Gummiring festhalten.
  • Nur wasserlösliche Gleitmittel (Eros, …) verwenden, da fett- und ölhaltige Mittel, zB Vaseline oder Nivea, das Kondom porös und damit durchlässig machen.
  • Kondome immer nur einmal benutzen und nach Gebrauch in den Abfall werfen.

Was tun, wenn ein Kondom reißt?

  • auf keinen Fall eine Vaginal- oder Darmspülung machen, weil Krankheitserreger dadurch noch tiefer in den Körper gespült werden und es leicht zu Verletzungen kommen kann!
  • falls es beim Blasen passiert Sperma sofort ausspucken und den Mund mit mindestens 40 %igem Alkohol ausspülen!

Was gibt es sonst noch zum Thema Kondome zu sagen?

  • bei Latexallergie gibt es Alternativen – zB Polyurethan-Kondome von Avanti
  • Kondome sind das einzige Empfängnisverhütungsmittel, welches auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt!
  • Werden spermizidtötende Gels (Nonoxynol 9-haltig) regelmäßig verwendet, erhöht dies das Infektionsrisiko (dadurch werden die Schleimhäute irritiert)

Safer Use

Das intravenöse (=in die Vene) Spritzen von Drogen kann ein besonderes gesundheitliches Risiko darstellen, und zwar dann, wenn Nadeln, Spritzen und Spritzenbesteck von mehreren benutzt werden. Durch die Blutreste, die sich in der Nadel, der Spritze und auf dem Spritzenbesteck befinden, kannst du dich, wenn du diese auch benutzt, mit HIV und Hepatitis B + C infizieren.

Spritzen vermeiden

=> andere Konsumformen, wie Rauchen Sniefen und “Von-Folie-Rauchen” vorziehen.

Immer nur eigenes Spritzbesteck und Zubehör (Löffel, Filter, Watte, Wasser) verwenden!

  • Schau immer nach ob die Spritze neu ist und direkt aus der Originalverpackung kommt. Benutze die Spritze nur einmal. Am besten sind sterile Einweg-Spritzen (=> Vorrat anlegen)
  • Nimm auch immer nur deinen eigenen Löffel. Spüle ihn gründlich in heißem Wasser mit Bleichwasser (Chlor).
  • Nehme immer Wasser das gerade gekocht hat. Wenn das nicht möglich ist, verwende steriles oder frisches Wasser. Auch dein Wasser solltest du nicht mit anderen teilen.
  • Stoff nicht gemeinsam aufziehen und teilen => Infektionsgefahr!!
  • Filter verwenden.
  • Benutze Ascorbin-Säure (Vitamin-C Pulver), das in den Apotheken erhältlich ist. Nicht Essig oder Zitrone (wegen des Fruchtfleisches) verwenden; diese enthalten Krankheitskeime und irritieren die Adern.
  • Eine schlechte Spritztechnik oder der Gebrauch von unsauberem Spritzbesteck kann die Adern verletzen und Blutvergiftung oder Abszesse verursachen, welche dein Leben in Gefahr bringen können. Einstichstelle mit Alkoholtupfern desinfizieren!

beim Spritzen: immer in Richtung Herz einstechen, sonst können Venenklappen verletzt werden! Blut anziehen (ist Blut dunkel – ok; ist Blut hell/schaumig – Arterie getroffen => Nadel rausziehen!) und langsam einspritzen, sonst können Venen platzen! Einstichstellen jedesmal wechseln!
Zur Wahl der richtigen Einstichstellen Geeignete Einstichstellen

Werfe keine gebrauchten Spritzen weg, denke an deine Mitmenschen und sorge für eine verantwortungsvolle Entsorgung.
Am besten: tausche die gebrauchten Spritzen gegen frische! (zB beim Verein SUBSTANZ)

Auch Snief/Rauch – Utensilien nicht teilen!
Beim Sniefen können kleine Verletzungen in der Nase oder Mund- und Rachenhöhle entstehen. Durch Blutreste, die an der Röhre haften können Infektionen (Hepatitis) übertragen werden. Röhren nie herumreichen!

Drogenkonsumierende und ihre Partner/innen infizieren sich nicht nur beim Tausch von Spritz- oder Sniefutensilien! Ebenso wichtig ist es an den Schutz beim Sex zu denken!

Schutzmöglichkeiten bei Erster Hilfe

Versorgung blutender Wunden: Tragen Sie Einmalhandschuhe bei der Versorgung blutender Verletzungen. Sorgen Sie daher dafür, dass sowohl im Auto, als auch an der Arbeitsstelle und eventuell zu Hause solche Handschuhe leicht erreichbar sind. Vergessen Sie nicht gebrauchte Handschuhe durch neue zu ersetzen.

Wenn Sie doch in direkten Kontakt mit fremden Blut gekommen sind:

Wenn Sie den direkten Blutkontakt mit der (unverletzten) Haut nicht vermeiden konnten (bei spritzenden Wunden z.B.), spülen Sie das Blut rasch und gründlich ab. Sie können die entsprechende Hautgegend auch noch mit einem viruswirksamen Hautdesinfektionsmittel oder mit 70% – 85%igem Alkohol reinigen.

Wenn Sie selbst eine offene Wunde haben und Ihre Verletzung in Kontakt mit dem fremden Blut gekommen ist, so versuchen Sie Blut aus Ihrer Wunde herauszupressen, indem sie die Umgebung der Wunde einige Minuten stark drücken oder die Wunde spreizen, damit Blut herausfließen kann. Anschließend gründliche Spülung der Wunde mit reichlich virustötendem oder alkoholhältigem Desinfektionsmittel. Für die weitere Vorgangsweise lesen Sie bitte unter Behandlung – PEP.

Beatmung: Grundsätzlich ist wegen der geringeren Schleimhautkontakte die Mund-Nase-Beatmung gegenüber der Mund-zu-Mund-Beatmung vorzuziehen. Bei gleichzeitig vorliegender blutender Gesichtsverletzung kann die Möglichkeit einer Ansteckung mit HIV nicht völlig ausgeschlossen werden. Sie sollten daher bei einer Beatmung einen Einmalbeatmungsbehelf dazwischen legen.

Jeder Mensch ist zur Ersten Hilfe verpflichtet. Es besteht keine besondere Gefahr der Ansteckung mit HIV bei Erste-Hilfe-Maßnahmen sofern Sie die allgemeingültigen beschriebenen Vorsichtsregeln beachten.