Verbreitung

Die Zahl der chronisch mit dem Hepatitis B Virus infizierten Personen wird in Österreich auf 42.000 geschätzt.

Übertragungswege

Über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Speichel, Muttermilch z.B.:
– beim ungeschützten Sex (aber auch beim Küssen möglich)
– beim gemeinsamen Verwenden von Spritzen beim Drogengebrauch
– beim Piercing und Tätowieren
– beim gemeinsamen Verwenden von Hygieneartikel (Zahnbürsten, Rasierer, Nagelscheren)
– in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen

Schutz

– Impfung!
– Verwenden von Kondomen beim Geschlechtsverkehr (Safer Sex)
– Kein gemeinsames Verwenden von Spritzen beim Drogengebrauch (Safer Use)
– Vermeiden von Blut-Kontakten (Verwenden von Einweghandschuhen)

Impfung

Aktive Impfung bestehend aus drei Teilimpfungen. Der Schutz besteht dann in den meisten Fällen rund 5 Jahre. Die Hepatitis B Impfung schützt auch vor dem Hepatitis D Virus.

Die Hepatitis B Impfung kann auch mit der Hepatitis A Impfung kombiniert werden.

Die Impfung ist auch für HIV-Positive möglich.

Inkubationszeit

1 bis 6 Monate, in der Mehrzahl der Fälle 2 bis 3 Monate

Akute Infektion / Symptome

Bei rund zwei Drittel der Personen treten keine bzw. kaum Beschwerden (grippeähnliche Symptome) auf. Bei einem ausgeprägten Verlauf können Gelbsucht, Fieber, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Druckschmerz im rechten Oberbauch auftreten. Bei rund 90 Prozent der Personen ist die Infektion dann ausgestanden und wird nicht chronisch.

Chronischer Verlauf

Eine chronische Hepatitis kann über viele Jahre beschwerdefrei verlaufen. Bei einem Teil der Betroffenen entstehen als Folge Leberzirrhose und Leberkrebs. Bei chronischen Hepatitis-Infektionen können durch eine antivirale und immunstimulatorische Therapie in vielen Fällen sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Wechselwirkungen
mit einer HIV-Infektion

Infizieren sich HIV-Positive bei fortgeschrittener Immunschwäche mit dem Hepatitis B Virus entwickelt sich häufiger eine chronische Hepatitis B. Die Wechselwirkungen auf den Verlauf der HIV-Infektion und den der HBV-Infektion sind noch nicht ganz geklärt, eine chronische Hepatitis B Infektion dürfte aber nicht schneller verlaufen aufgrund einer HIV-Infektion.
HIV und HBV-Koinfizierte haben bei fortgeschrittener Immunschwäche größere HBV-Mengen im Blut, daher ist von einer erhöhten HBV-Ansteckungsgefahr auszugehen.

Zeitraum der Infektiosität

HBV kann während der Inkubationszeit, der akuten Infektion und bei der chronischen Infektion durch Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Speichel weitergegeben werden. Das Übertragungsrisiko ist umso größer, je höher die Virusmenge im Blut ist.